Ein gemeinsames Zeichen für Vielfalt

Am heutigen Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie haben die Rätinnen und Räte des Weingartener Gemeinderats sowie Mitglieder der Stadtverwaltung ein gemeinsames Zeichen für eine bunte und offene Gesellschaft gesetzt. Vor der Gemeinderatsitzung hissten sie auf dem Vorplatz des Kultur- und Kongresszentrums zwei farbenfrohe Regenbogenfahnen als buntes Statement für Vielfalt und Toleranz. Bereits in der Sitzung in der vergangenen Woche hatte die Erste Ehrenamtliche Stellvertreterin des Oberbürgermeisters, Susanne Münz, ein eindringliches Statement aller Fraktionen in der Sitzung verlesen und betont, dass „Homophobie, Extremismus, Rassismus und Antisemitismus in Weingarten – auch zukünftig – keinen Platz haben“.  

In der öffentlichen Sitzung des Geeinderats in Weingarten, am 10.05.2021, wurde als erster Punkt im Namen der gesamten Fraktionen folgendes Statement von der Stadträtin Susanne Münz (Bündnis 90 / Die Grünen) unter Applaus verlesen:

Gemeinsames Statement für Vielfalt Weingarten ist bunt!

Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
verehrte Vertreter*innen der Presse

In der vergangenen Woche wurde die farbenfrohe Regenbogeninstallation der Aktion „Übergang zur Vielfalt – Regenbogenstreifen in Weingarten“ zerstört.
Was für ein paar Stunden als buntes Statement für Vielfalt und Toleranz bewundert werden konnte, fand sich am nächsten Morgen in Form von zerknüllter Bodenfolie auf dem  Areal wieder.
Und damit nicht genug. In den sozialen Medien, wie Facebook und Instagram, wurde die Tat mit Schadenfreude, Beleidigungen und Gehässigkeit kommentiert. Dieser Vorgang hat uns alle –
fraktionsübergreifend – betroffen gemacht und uns zu dem heutigen, gemeinsamen Statement bewogen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Wir alle sind einst als Kandidatinnen und Kandidaten für den Gemeinderat angetreten, um unsere Stadt ein stückweit besser zu machen. Wir haben von den Wählerinnen und Wählern den Auftrag erhalten, nach bestem Wissen und Gewissen diese Stadt und ihre Gesellschaft aktiv mitzugestalten und dabei für die freiheitlich-demokratischen Grundwerte einzustehen.
Daher wollen und können wir diese Form von Respektlosigkeit und auch Verachtung nicht einfach ignorieren.

Toleranz und Respekt sind eine Grundvoraussetzung für eine funktionierende Gesellschaft. Homophobes Verhalten ist das genaue Gegenteil von einem respektvollen Umgang der Menschen miteinander. Homophobie geht uns alle an. Sie ist ein Angriff auf die Grundwerte unserer Gesellschaft. Und sie hat viele Facetten und Ausdrucksformen. Noch heute werden Menschen, die sich als
lesbisch, bi, trans*, inter*, queer oder schwul definieren, weltweit Opfer von verbaler und körperlicher Gewalt – eine häufig verdrängte Tatsache. Nach wie vor müssen viele Schwule, Lesben, bi-, trans- und intersexuelle Menschen in unserer Gesellschaft Nachteile erleiden, werden ihre Rechte verletzt.

Menschen sind verschieden, in jeder Hinsicht. Wir alle, wie wir hier sitzen, sind verschieden. Wir sehen unterschiedlich aus, haben verschiedene Ansichten, Interessen und Vorlieben.
Aber unsere Gesellschaft wird gerade durch diese Vielfalt bunt und interessant. Erst die Vielfalt schafft verschiedene Perspektiven, Lebensentwürfe und Lebensweisen. Und, welcher Mensch hätte das Recht zu entscheiden: Nur meine Art alles zu tun, zu sein und zu leben ist die richtige für alle anderen Menschen? Die Frage klingt schon absurd, oder? Wir alle sind es letztlich, die entscheiden, wie
wir zusammenleben wollen.

Wir entscheiden, ob wir füreinander da sein und respektvoll miteinander umgehen, uns für Demokratie, Offenheit und Akzeptanz einsetzen wollen. Als Stadträtinnen und Stadträte sehen wir es
allerdings als unsere Pflicht, uns gemeinsam für Toleranz und Weltoffenheit als wesentliche Merkmale einer freiheitlichen Gesellschaft zu bekennen. Deshalb dürfen Homophobie, Extremismus,
Rassismus und Antisemitismus in Weingarten – auch zukünftig – keine Chance haben.

Vielen Dank!

Statement Oberbürgermeister Markus Ewald zur Zerstörung der Regenbogenstreifen in Weingarten

„Ich bin zutiefst betroffen und verärgert über diese blinde Zerstörungswut, die in den gestrigen Abendstunden diesem farbenfrohen Statement für Vielfalt und Toleranz ein jähes und mutwilliges Ende bereitet hat. Vandalismus in dieser Form ist alles andere als ein Bagatelldelikt: Die gezielte Zerstörung der Installation zeugt von enormer Respektlosigkeit gegenüber vielfältigen Lebensformen und macht sichtbar, dass – trotz mancher in den letzten Jahren erlangter Fortschritte für die LGBTQI-Community – noch eine lange Wegstrecke zu einer bunten, gerechten und akzeptierenden Gesellschaft vor uns liegt. Ich bin dankbar für all die zahlreichen Solidarbekundungen, die seit gestern Abend im Zusammenhang mit der Aktion über die Sozialen Medien eingegangen sind – ein wichtiges Statement, das Mut macht und zeigt, dass eine große Zahl der Bürger*innen in unserer Gesellschaft solch ein sichtbares Signal für eine liberale und tolerante Gesellschaft schätzt und gutheißt. Nun müssen sich alle Beteiligten erst einmal sammeln und den Schreck verdauen, bevor wir – im gemeinsamen Dialog – die weiteren Schritte und Maßnahmen besprechen werden. Eins kann ich allerdings bereits heute schon sagen: Der Vandalismus in der vergangenen Nacht hat gezeigt, dass unsere Stadt Aktionen wie diese dringend braucht und auch künftig begrüßen und ggf. mit-initiieren wird.“ (Bild: Thomas Auerbach)

Liebe Netzwerkpartner*innen,

die neue digitale Ehrenamtsplattform der Stadt Weingarten nimmt weiter Gestalt an. Jetzt sind die Vereine gefragt: Um die Seite, auf der sich künftig das gesamte Ehrenamt in Weingarten präsentieren soll, mit Leben zu füllen, werden Informationen, Logos und Bilder von möglichst allen ehrenamtlichen Organisationen und Initiativen benötigt.
Von der klassischen Sportvereinsarbeit bis zum kurzfristigen Umweltprojekt, von der Crowdfunding-Aktion bis zur Nachbarschaftshilfe: Auf der Seite www.weingarten-engagiert.com soll bis in wenigen Wochen das gesamte Ehrenamt in der Stadt auf einer einheitlichen Plattform digital gebündelt werden. Eine digitale Ehrenamtsmesse, 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag, auf der jeder Verein und jede Gruppe sich nicht nur präsentieren, sondern auch neue Mitstreiter suchen und Veranstaltungen bewerben kann. Um die jeweiligen Vereinsseiten mit Inhalten zu füllen, bittet die kommunale Referentin für Bürgerschaftliches Engagement, Carolin Schattmann, um folgende Informationen der örtlichen Vereine, Gruppen und ehrenamtlichen Initiativen:
Name des Vereins / der Gruppe
Adresse
Ansprechpartner / 1. Vorsitzende(r)
E-Mail-Adresse
Telefonnummer
Internetadresse
Logo
Ein querformatiges Foto, das symbolisch für die Vereinsarbeit steht (Bildrechte müssen vorhanden sein und angegeben werden)
Kurze Beschreibung „Das sind wir“ (vier bis fünf Sätze)
Die Daten werden über die Mailadresse ehrenamt@weingarten-online.de gesammelt. Sobald die Plattform gestartet ist, haben alle Ehrenamtlichen die Möglichkeit, selbst Einträge zu verfassen – schließlich lebt das Angebot vom Mitmachen.

Aktionstag „Vorsicht, Vorurteile!“ – Weingarten wird zur vorurteilsfreien Zone
Rassismus ist ein echtes Problem in Deutschland. Und fängt mit Vorurteilen an. Um am Aktionstag, 18.03.2021, auf das Problem Alltagsrassismus aufmerksam zu machen, erklärte sich die Stadt Weingarten zur vorurteilsfreien Zone.

Liebe Netzwerkpartnerin, lieber Netzwerkpartner,
Demokratie macht und braucht auch während der aktuellen Einschränkungen keinen Stillstand!
In diesem Sinne stehen wir bereits in den Startlöchern für die diesjährigen Tage der Demokratie in Weingarten, die in der zweiten Oktoberhälfte stattfinden werden. Hierfür brauchen wir Ihre Unterstützung! Denn wir möchten uns mit Ihnen auf den Weg zur Planung und Umsetzung machen! Melden Sie sich bis zum 12.03.2021 bei uns, wenn auch Sie eine Idee haben und einen Beitrag für die Tage der Demokratie leisten oder einfach nur mitwirken möchten! Gerne laden wir Sie anschließend in der zweiten Märzhälfte zu einem 1. digitalen Planungsmeeting ein, um zusammen Ideen, Vorschläge etc. zu sammeln und offene Fragen zu klären. Werden Sie ein Teil der „4.Tage der Demokratie“ in Weingarten – Wir freuen uns auf Sie!

Projektausschreibung 2021
Bundesprogramm „Demokratie leben!“
Das Bundesprogramm „Demokratie leben! Demokratie fördern. Vielfalt gestalten. Extremismus vorbeugen.“ zielt darauf ab, demokratisches Verhalten, ziviles Engagement und den Einsatz für Vielfalt und Toleranz zu fördern.
Neben Kindern und Jugendlichen, Studierenden und Menschen mit Behinderungen zählen Eltern und Pädagoginnen und Pädagogen, zivilgesellschaftliche Akteure, wie kirchliche Träger, Vereine, Verbände sowie Multiplikator*Innen zur Zielgruppe des Programms.
Mit der Teilnahme am Bundesprogramm können Projekte zur Stärkung der demokratischen Bürgergesellschaft, für Demokratie- und Toleranzerziehung, Soziale Integration, Interkulturelles und interreligiöses Lernen bzw. Antirassistische Bildungsarbeit, kulturelle und geschichtliche Identität sowie Bekämpfung (rechts-) extremistischer Bestrebungen junger Menschen gefördert werden. Für das Jahr 2021 stehen im Aktions- und Initiativfonds Mittel in Höhe von insgesamt 52.000 € zur Verfügung.
Auf der Grundlage der Leitlinien des Bundesprogramms sowie der durch die Stadt Weingarten definierten Ziele sind alle gemeinnützigen, zivilgesellschaftlichen Akteure in Weingarten aufgerufen, Projektanträge für die Gestaltung einer „lokalen Partnerschaft für Demokratie“ einzureichen.
Grundsätzliche Zielsetzungen für eine Projektidee im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ sind:
Leitziel 1: Weingarten fördert das Demokratieverständnis innerhalb der Stadtgesellschaft
 Stärkung des demokratischen Bewusstseins und der politischen Partizipation
 Aufbau von Initiativen zur Förderung des Demokratie- und gemeinsamen Werteverständnisses
Leitziel 2: Weingarten sensibilisiert und bildet ein Bewusstsein gegen Diskriminierung, Extremismus und Gewalt gegenüber Minderheiten
 Präventive Maßnahmen zum Abbau von gegenseitigen Vorurteilen unter dem Gesichtspunkt der sozialen Gerechtigkeit
 Erinnerungskultur und historisch-politische Bildungsarbeit als Mittel zur Sensibilisierung gegen autoritäre Denkmuster
 Sensibilisierung von Menschen für die Belange des jeweils anderen
Leitziel 3: Weingarten fördert die Vielfalt in der Stadtgesellschaft
 Stärkung des gegenseitigen Verständnisses für unterschiedliche Lebensweisen, Religionen und Nationalitäten
 Entgegenwirken der Herausbildung von Parallelgesellschaften
Leitziel 4: Weingarten fördert das bürgerschaftliche Engagement und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt
 Gewinnung von Multiplikatoren und Institutionen zur nachhaltigen Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts
 Maßnahmen und Formate zur „Hilfe zur Selbsthilfe“
Im Antrag müssen folgende Punkte ausgewiesen sein:
 Bezeichnung des Einzelprojektes
 Beginn und Ende (geplant)
 Durchführungsort(e)
 Zuordnung zu einer der genannten Zielsetzungen
 Benennung der Hauptzielgruppe
 Ziele und Inhalte
 ggfs. Nennung der Kooperationspartner und Darstellung deren Mitwirkung
 Benennung von Indikatoren, anhand derer der Erfolg des Projektes bewertet werden soll
 Gender Mainstreaming
 Darstellung der Gesamtfinanzierung
Für die Antragstellung ist ausschließlich das hierfür bereitgestellte Formular zu verwenden. Dieses steht auf  www.vielfaltimschussental.de unter
http://vielfaltimschussental.de/stadt-weingarten/mach-mit/
zum Download zur Verfügung. Sie können den Antrag ausdrucken und von Hand ausfüllen, oder direkt in der Datei ausfüllen. Dazu bitte mit der rechten Maustaste „speichern unter“ auswählen, das PDF öffnen, ausfüllen und anschließend ausdrucken.


WEINGARTENER TAGE DER DEMOKRATIE 2020
RUNTER VOM SESSEL – DEMOKRATIE BRAUCHT DICH!

Vom 8. bis 22. Oktober 2020 ist es wieder soweit. Dann setzen die „Weingartener Tage der Demokratie“ zum dritten Mal im Rahmen von zahlreichen Veranstaltungen ein sichtbares Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Toleranz im Stadtgebiet Weingartens. Ob Konzert, Exkursion, Filmvorführung oder Podiumsdiskussion – das Programm hält auch in diesem Jahr eine große Bandbreite an vielseitigen Aktionen und Veranstaltungen bereit.

Werbespot setzt ein Zeichen für Vielfalt

Was bedeutet Vielfalt für mich? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine neue Kampagne von „Demokratie leben!“ Aus den Statements sind Kurzfilme fürs Fernsehen entstanden, in denen auch fünf bekannte Gesichter aus Weingarten zu sehen sind.

Vielfalt hat viele Gesichter. Das zeigt ein neuer Werbespot, den die vier Partnerschaften für Demokratie im Landkreis Ravensburg gemeinsam mit Regio TV entwickelt haben. Eigentlich sind es sogar 25 verschiedene Werbespots, die bei dem Projekt entstanden sind. Gezeigt werden die Kurzfilme in der Zeit vom 21. September bis zum 6. Oktober während des Programms von Regio TV Bodensee.
Unter dem Titel „Gemeinsam für Vielfalt“ formulieren neben Lokalpolitikern auch Vertreter von Vereinen und Unternehmen sowie verschiedene andere Engagierte, was für sie Vielfalt und Demokratie bedeuten. „Unsere Demokratie ist selbst im 21. Jahrhundert kein Selbstläufer. Sie braucht tagtäglich Protagonisten aus allen Teilen unserer Gesellschaft“, sagt Mehmet Aksoyan von der Fach- und Koordinierungsstelle des Bundesprogramms. Auch fünf bekannte Weingartenerinnen und Weingartener sind in den Videos zu sehen: Oberbürgermeister Markus Ewald, Eva Städele vom Jugendgemeinderat, Jürgen Hohl vom Museum für Klosterkultur, Dr. Heike Wagner von der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Grünen-Stadtrat Ferdinand Ganter sowie Semra Yilmaz vom städtischen Team der Migration und Integrationsarbeit aus Weingarten. Jeder von ihnen hat für den Werbespot aus seinem Alltag erzählt, was Vielfalt ausmacht. Entstanden sind sehr persönliche Werbespots, die zeigen, wie vielfältig das Leben in der Region ist – und wie viele verschiedene Gesichter diese Vielfalt vor Ort hat.
Die Partnerschaften für Demokratie werden im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Bei „Demokratie leben!“ werden Initiativen unterstützt, die sich für Demokratie und Toleranz einsetzen und gegen jede Form von Extremismus.